
Wenn Jugendliche Lessing verstehen: Frankfurter Schulprojekt gewinnt Abrahampokal 2025
Am 21. September 2025 wurde im Kaisersaal des Frankfurter Römers ein besonderes Zeichen für interreligiösen Dialog gesetzt. Die hessische Ministerin für Arbeit, Integration, Jugend und Soziales, Heike Hofmann, überreichte den Abrahampokal 2025 an zwanzig Schülerinnen und Schüler der Religionslerngruppe der Klasse 10a des Gymnasiums Nord in Frankfurt-Westhausen.
Ausgezeichnet wurde ihr Beitrag zu einem Schulwettbewerb rund um das Konzept eines „House of One“ – eines Gebetshauses, das Synagoge, Kirche und Moschee unter einem Dach vereint und durch einen gemeinsamen Begegnungsraum verbindet.
Der Wettbewerb wurde vom Frankfurter Architekten Hans Robert Hiegel initiiert und gemeinsam mit der Frankfurter Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ), dem Evangelischen Stadtdekanat, dem Verein „Unter einem Zelt“ und der Initiative 9. November 1938 organisiert.
Ein Haus für alle – entwickelt in nur zwei Doppelstunden
Die Aufgabe für die teilnehmenden Schulen war ebenso einfach wie anspruchsvoll: Entwickelt ein Modell für ein interreligiöses Haus der Begegnung.
Die Schülerinnen und Schüler der Klasse 10a ließen ihrer Kreativität freien Lauf. Nach einem Besuch von Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Religionen – darunter Petra Kunik vom Egalitären Minjan der Jüdischen Gemeinde, Pfarrerin Susanna Faust-Kallenberg sowie die Muslima Jasmina Makarevic – entstand in nur zwei Doppelstunden ein beeindruckendes Modell aus Pappe, Papier, Stoffen und Legosteinen.
Ihr Entwurf überzeugte die Jury durch seine Offenheit:
Im Erdgeschoss befindet sich ein gemeinsamer Begegnungsraum. Im ersten Stock liegen eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee – ergänzt durch einen Meditationsraum für Menschen ohne Religionszugehörigkeit.
Ministerin Hofmann bezeichnete den Wettbewerb als ein „herausragendes Projekt in friedlosen Zeiten“.
Bilder der Vielfalt: Kinder malen Gebetshäuser der Welt
Begleitet wurde das Projekt durch die Initiative arch e trans e.V., die sich seit Jahren für religiöse Toleranz und interreligiösen Dialog einsetzt. Gemeinsam mit der GCJZ organisierte der Verein eine Veranstaltung zur interreligiösen Zusammenarbeit.
Im Rahmen dieses Projekts sammelte arch e trans Kinderzeichnungen aus der ganzen Welt, in denen Kinder jeweils die Gebetshäuser anderer Religionen darstellten. Die Bilder wurden anschließend in einem Buch zusammengeführt – als symbolisches Zeichen dafür, dass Neugier und Respekt oft schon in jungen Jahren beginnen.
Unterstützung durch Die Drei Ringe e.V.
Auch Die Drei Ringe e.V. unterstützte dieses Projekt. Unser Schatzmeister Matthias Kaiser war Mitglied der Jury, die über die Vergabe des Abrahampokals entschied.
Nach der Preisverleihung stand für uns fest: Dieses Engagement verdient Unterstützung. Über arch e trans e.V. haben wir daher 200 Euro für das Projekt gespendet.
Das ist kein großer Betrag. Aber Haltung braucht keinen Mindestbetrag.
Warum wir solche Projekte fördern
Die Drei Ringe e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Frankfurt am Main. Unser Name bezieht sich auf die Ringparabel aus Gotthold Ephraim Lessings „Nathan der Weise“ – eine der bekanntesten Geschichten über Toleranz, Menschlichkeit und die Gleichwertigkeit aller Religionen und Weltanschauungen.
Wir unterstützen Menschen und Initiativen, die Brücken bauen:
in Schulen, Stadtteilen und Vereinen.
Unbürokratisch, schnell und direkt.
Wer eine gute Idee hat oder Unterstützung braucht, kann sich jederzeit bei uns melden:
info@diedreiringe.de



